Seltener Rotbarsch vor Sri Lanka gefangen löst Welle der Bürgerwissenschaft aus
- The daily whale
- 20. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Als die Fischer vor Sri Lankas Südküste letzte Woche ihre Netze auswarfen, erwarteten sie den üblichen Fang – Thunfisch, Makrele, vielleicht ein paar Tintenfische. Doch was aus dem Wasser kam, versetzte das ganze Dorf in Staunen: ein silbriger, bandartiger Fisch, über fünf Meter lang, dessen purpurrote Rückenflosse in der Sonne glänzte. Es war ein Ruderfisch – eines der scheuesten und geheimnisvollsten Lebewesen des Ozeans, oft auch „Bote der Tiefe“ genannt.
Der Riemenfisch, Regalecus glesne , wird selten lebend gesehen. Er lebt in Tiefen von bis zu 1.000 Metern und kommt meist nur an die Oberfläche, wenn er krank oder sterbend ist. Sichtungen sind daher äußerst selten. Die letzte bestätigte Sichtung eines Riemenfisches in sri-lankischen Gewässern liegt über zwei Jahrzehnte zurück. Daher hat dieser jüngste Fang nicht nur die Neugier der Einheimischen geweckt, sondern auch zu verstärkten wissenschaftlichen Aktivitäten auf der ganzen Insel geführt.
Meeresforscher schlossen sich umgehend den Küstengemeinden an, um das Exemplar zu dokumentieren und zu analysieren, bevor es verwesen konnte. Fischer und Studenten machten mit Smartphone-Kameras detaillierte Fotos, die später über Online-Plattformen des Sri Lanka Institute of Ocean Research geteilt wurden. Die Daten – Messungen, Gewebeproben und Standortkoordinaten – werden nun einer regionalen Datenbank zur Tiefsee-Biodiversität hinzugefügt.
„Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ganz normale Menschen außergewöhnliche Beiträge zur Wissenschaft leisten können“, sagte Dr. Nalin Perera, Meeresbiologe an der Universität Ruhuna. „Ohne die schnelle Reaktion der Fischer wäre diese Entdeckung im Meer verloren gegangen.“
Der Riemenfisch genießt in maritimen Kulturen seit langem einen legendären Status. Seine schlangenartige Gestalt und sein plötzliches Auftauchen in Küstennähe inspirierten Legenden, die ihn mit Unterwassererdbeben und Tsunamis in Verbindung bringen. Wissenschaftler warnen zwar vor solchen Legenden, sind sich aber einig, dass Riemenfische wertvolle Einblicke in Tiefseeökosysteme und sogar in Umweltveränderungen liefern können, die sie näher an die Oberfläche bringen.
Nach der Entdeckung starteten sri-lankische Naturschützer eine Online-Kampagne, in der sie die Bürger dazu aufriefen, ungewöhnliche Sichtungen im Meer zu melden. Innerhalb weniger Tage gingen Dutzende neuer Meldungen ein – von Quallenblüten bis hin zu seltenen Haiarten.
Jenseits der Schlagzeilen und Legenden ist das Auftauchen des Riemenfisches zu etwas Dauerhafterem geworden: eine Erinnerung daran, dass der Ozean noch immer große Geheimnisse birgt und dass deren Erforschung von der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und den Menschen, die am Meer leben, abhängen kann.
Als sich die Dorfbewohner in dieser Nacht versammelten, um zuzusehen, wie der riesige Fisch sorgfältig unter tragbaren Lampen untersucht wurde,
Ein Fischer sagte: „Wir haben unser ganzes Leben lang in diesen Gewässern gefischt, aber der Ozean überrascht uns immer noch.“
In diesem Moment schien das Geheimnis der Tiefe ein wenig näher – und der Entdeckergeist ein wenig verbreiteter.
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